Der Papst lebt herrlich in der Welt (Papst und Sultan)

Chr. L. Noack (T), 1789, BP

1.

Der Papst lebt herrlich in der Welt, er lebt von seinem Ablassgeld, er trinkt den allerbesten Wein; ich möchte doch der Papst auch sein!

2.

Doch nein, er ist ein armer Wicht, ein holdes Mädchen küsst ihn nicht, er schläft in seinem Bett allein; ich möchte doch der Papst nicht sein!

3.

Der Sultan lebt in Saus und Braus, er wohnt in einem grossen Haus voll wunderschöner Mägdelein; ich möchte doch auch Sultan sein!

4.

Doch nein, er ist ein armer Mann, er lebt nach seinem Alkoran, er trinkt nicht einen Tropfen Wein; ich möchte doch nicht Sultan sein.

5.

Getrennt wünscht’ ich mir beider Glück, nicht einen einz’gen Augenblick, doch das ging’ ich mit Freuden ein: Bald Papst, bald Sultan möcht’ ich sein!

6.

Drum Mädchen, gib mir einen Kuss, denn jetzt bin ich der Sultanus! Drum, traute Brüder, schenkt mir ein, damit ich auch der Papst kann sein!

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