Einst hat mir mein Leibarzt geboten (Leibarzt und Trinker)

unbekannt, 1794, BP

1.

Einst hat mir mein Leibarzt geboten, stirb, oder entsage dem Wein, dem weissen sowohl als dem roten, sonst wird es dein Untergang
sein.

2.

Ich hab’ es ihm heilig versprochen, auf etliche Jahre zwar nur; doch nach so zwei schrecklichen Wochen vergass ich den albernen Schwur.

3.

Wie trefflich bekam mir die Speise, wie schlief ich so ruhig die Nacht! Wie war ich so munter, so weise, so fröhlich zum Sterben gemacht.

4.

Tod, höre! man hat mir befohlen: stirb, oder entsage dem Wein! Sieh, wann du willst, kannst du mich holen; hier sitz’ ich und schenke mir ein!

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