Lippe-Detmold, eine wunderschöne Stadt

Westfälisches Volkslied, 1807, BP

1.

Lippe-Detmold, eine wunderschöne Stadt, darinnen ein Soldat. Ei, der muss marschieren in den Krieg, wo die Kanonen stehn.

2.

Und als er in die grosse Stadt ’nein kam, wohl vor des Hauptmanns Haus, der Hauptmann schaut zum Fenster ’raus: ‹Mein Sohn, bist du schon da?›

3.

‹Na, dann geh mal gleich zu deinem Feldweibel hin und zieh’ den Blaurock an, denn du musst marschieren in den Krieg, wo die Kanonen stehn.›

4.

Und als er in die grosse Schlacht ’nein kam, da fiel der erste Schuss. Ei, da liegt er nun und schreit so sehr, weil er getroffen ist.

5.

‹Ach Kam’rad, lieber, lieber Kam’rad mein, schreibe du einen Schreibebrief. Schreibe du, schreibe du, mit meinem Blut, dass ich getroffen bin.›

6.

Und als er diese Worte ausgesprochen hatte, da fiel der zweite Schuss. Ei, da liegt er nun und schreit nicht mehr, weil er getroffen ist.

7.

Als das der General erfuhr, da rauft er sich den Bart: ‹Womit soll ich führen meinen Krieg, wenn mein Soldat ist tot?›

8.

Simserim-sim, simserim-serim-sim-sim, seine Seele schwebt empor; seine Seele schwebt zu Gott empor, wo die Kanonen ruhn.

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